Ambivalente Impressionen aus dem LSG Hammewiesen

Die Maht ist angesagt

 

Und was kommt sofort danach? Gülle in Hülle und Fülle.

Es gibt jedoch eine Alternative.

Die Weidehaltung von Milchkühen ist „in“ – bei Verbrauchern und bei Landwirten: Die Verbraucher schätzen insbesondere die artgerechte Haltung, Landwirte vor allem den hohen Tierkomfort und das preiswerte Futter.

Ich liebe die Natur, aber ich hasse inzwischen die privilegierten Naturschützer!

Was heißt das überhaupt: „Schutzgebiet“? Da freuen sich Heerscharen von Bürokraten, Ordnungsbeamten, Biologen und sonstigen Menschen- und Naturverwaltern ihre Definitionen in Paragraphen verpacken zu dürfen.

Die Erlebbarkeit der Natur in der durch die Hamme und Landwirte geprägte Kulturlandschaft der Linteler Weiden hat sich durch die beschlossene Sammelverordnung weiter verschlechtert, besser gesagt, sie ist nicht mehr gegeben. Dieser Umstand hat entscheidend zum Akzeptanzverlust bei den Bürgerinnen und Bürgern hinsichtlich des Natur- und Landschaftsschutzes geführt. Es kann nicht Sinn der an sich guten Sache des Naturschutzes sein, den Menschen aus der Natur auszusperren und ihn von einer Monster-Aussichtsplattform in die Umwelt blicken zu lassen. Die Natur ist auf dem Wege eine Welt ohne Menschen zu werden. Die komplette Naturschutzszene wird nur noch von Naturwissenschaftlern und Biologen beherrscht. Entscheidungsträger sind allerdings Bürokraten der Naturschutzdiktatur und seiner Resevatsverwaltung mit Sitz beim Lk Osterholz. Für diese privelegierten Naturschützer existiert ausschließlich ihr zu schaffendes Reservat. Angler, Freizeitsportler, Spaziergänger, Hundehalter, Radfahrer etc, ja selbst Kinder werden als Naturzerstörung angesehen. Auf diese Weise manövriert man den Naturschutz in eine Sackgasse. Es ist einfach ein äusserst irriger und dummer Glaube besagten Personenkreises den ausgesperrten Menschen in der Landschaft um den verbotenen Fluss mit einer teuren Aussichtsplattfom und einem ausgewiesenen Radweg die Wahrnehmung von Natur und Landschaft auch nur ersatzweise bieten zu können. Als Besucher der Linteler Weiden fühlt man sich auf den erlaubten Wegen wie im Mittleren Westen der USA. Endlose Maisfelder, übermannshoch, angebaut für die Biogasanlage und zur Verfütterung in der Massentierhaltung. Selbst die letzten Reste an Kulturlandschaft werden auch noch mit gutem Gewissen und grünem Zertifikat vernichtet. Und das verbliebene Grasland um die Hamme? – Besteht nicht etwa aus einer pflanzlichen Vielfalt, nein, Einheitsgras für’s Turbo – Milchvieh soweit das Auge reicht. Wie das Touristen anlocken soll, ist ein Rätsel. Kleinere Abschnitte um den Fluss herum sind noch ursprünglich, aber durch Wegsperrungen für den Naturfreund unerreichbar. Es sei denn dieser ist bereit den geschäftstüchtigen Torfkahnschippern den Eintritt für eine Bootstour auf dem verbotenen Fluss zu entrichten, um urspüngliche Landschaftsteile ansatzweise in Augenschein nehmen zu dürfen. Ein durch die Obrigkeit und unter Beihilfe der selbstenannten Umweltverbesserer aufgezwungener Naturschutz entfremdet den Menschen von der Natur.

Doch der abgewirtschaftete Teil der Landschaft ist nach Maßgabe des zuständigen Dezernenten des Planungsamtes des Lk Osterholz genau das richtige Objekt für gelenktes Naturerleben mit naturverträglicher Erholungsnutzung für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Osterholz-Scharmbeck & Umzu. Ein Aussichtsturm, befestigte Wege, Mais, Einheitsgras, Herbizide und viel, viel Gülle sind in den Linteler Weiden für Naturerleben der Bevölkerung völlig ausreichend. Die sollen sich nur nicht so anstellen. Ist doch alles vorhanden. Ja selbst vier teure Bänke sind im Gebiet aufgestellt und laden zum Verweilen ein.

Gesperrte Wegstrecken

Verantwortliche Personen der Behörde haben wir, meine Labradorhündin Fame und ich, bisher bei keinem unserer täglichen Rundgänge in dieser Einöde angetroffen. Man zeigt sich lieber in aller Selbstherrlichkeit mit seinen Getreuen aufgebrüstet bei einem Fototermin der einbestellten Presse im Günnemoor. Für das Fotoshooting macht man sich „schön“, also zumindest wichtig, kompetent und irgendwie attraktiv. In der einen Hand das Fernglas und mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger ganz verzückt in der Pose: „Sieh da! Sieh da, Timotheus, die Kraniche des Ibykus.“

There is no business like showbusiness!

Es wird der Tag kommen an dem alteingesessene OHZler zu Tätern werden und einen Bußgeldbescheid in die Hand gedrückt bekommen, weil sie gerade auf einem der neuerdings verbotenen Weg gehen. Einen Weg vielleicht, den sie seit ihrer Kindheit benutzt haben. Diese Welt ist nur noch schwer für den Betroffenen zu verstehen.

Und hier nun das Highlight der Linteler Weiden. Der armselige Anblick einer der zur Rast aufgestellten Bänke zeigt unverblümt die wahre Situation dieses zugewiesenen Landschaftsteiles. Den Bürgerinnen und Bürgern wird wider besseren Wissens durch die Reservatsverwaltung des Lk Osterholz ein abgewirtschaftetes Gelände als Naherholungsgebiet vorgegaukelt und angeordnet.

„Johannesruh“, der angewiesene Platz zur Erholung und zum Naturerleben im 1. Quartal 2017.

Diese Fehlleistung muss einfach belohnt werden. Ich habe mich daraufhin erdreistet diese armselige Bank, vor dem schutzbedürftigen Maisfeld, einer Person  zu widmen, die maßgeblich ohne zwingende Gründe für diesen Willkürakt, Aussperrungen von Menschen in den Linteler Weiden, federführend ist. Die Bank wird zukünftig den Namen

„Johannesruh“

tragen und an diesem idyllischen Ort in den Linteler Maisen  auf seinen Namensvetter zum gemeinsamen Mais- und Gülleerleben warten.

Aber trotz aller Missstände in den Linteler Maisen gibt es doch noch kleine, versteckte Schönheiten von denen ich zukünftig auf dieser website berichten werde. Ich freue mich drauf.